Ich werde oft gefragt, "warum ausgerechnet Sitia"?
Ich werde oft gefragt: Warum Sitia? Manche – nicht ganz freundlich – behaupten sogar, dieser Ort existiere gar nicht auf der Landkarte. Für mich begann alles mit einem unschuldigen Besuch bei einer lieben Schulfreundin aus Kindertagen – meiner Koumbará. Schon seit Jahren trug ich die Idee in mir, eines Tages bei der Olivenernte auf Kreta mitzuhelfen. Die Winter sind hier angenehm mild; die Ernte beginnt im November und setzt sich mit Schnittarbeiten, Aufräumen, Düngen und der Pflege der Olivenbäume bis weit in den Januar oder Februar fort.
Nach mehr als 20 Jahren in einem klassischen Nine-to-Six-Schreibtischjob, einem gebrochenen Herzen und einer Pandemie mit zwei Lockdowns, die mein berufliches Leben vollständig zum Stillstand brachten, begann sich der Wunsch nach Veränderung zu formen – langsam, aber mit wachsender Klarheit. Ich sehnte mich nach Natur, nach draußen sein, danach, den Kopf frei zu bekommen. Ich wollte Raum, um neu zu denken, meine Gedanken zu ordnen und neue Pläne zu entwickeln. Mit der Unterstützung von Andrea Compagna wurde dies sogar während der Olivenernte möglich.
Etwas Gutes für Körper, Geist und Seele zu tun – inmitten der wärmsten, großzügigsten und selbstlosesten Menschen, denen ich je begegnen durfte. Aus dem ersten Besuch wurde bald ein zweiter, dann ein dritter. Nach unzähligen Gesprächen stießen wir schließlich auf eine Immobilie im Zentrum von Sitia, die mich sofort durch ihr Potenzial überzeugte.
Nach sechs intensiven Monaten der Renovierung und baulichen Sanierung von Shop und Büro eröffneten wir unseren Pop-up-Store – einige Monate später als geplant, dafür aber an einem der schönsten Orte, die man sich vorstellen kann: am Hafen von Sitia im Sommer 2023. Der Zugang zur zweiten Etage und zu meinem Büro ließ jedoch weitere fünf Monate auf sich warten, sodass die Renovierung meines Büros zeitweise nur über eine Leiter möglich war. Nicht einfach – und sicher nicht ohne Risiko. Doch in Sitia lernt man schnell zu improvisieren.

Freundschaften entlang der Straße entstanden ganz natürlich, und wertvolle neue Verbindungen formten sich mit überraschender Leichtigkeit.
Mein neuer Nachbar Michalis Poulas gegenüber entpuppte sich als außergewöhnlich talentierter Fotograf – etwas, das man auf den ersten Blick niemals vermuten würde. PHOTOLAP Crete ist ein echtes verborgenes Juwel für alle, die künstlerische Fotobücher der Region suchen, oder für Paare, die einen hochprofessionellen Hochzeitsfotografen auf der Insel wünschen. Obwohl er anfangs keinerlei Interesse an Mode- oder Produktfotografie hatte, ließ er sich schließlich überzeugen. Daraus entstand unser erstes Shooting für die „Made in Sitia“-Kollektion im Jahr 2023.

Zufälligerweise – und vielleicht auch glücklicherweise – fiel das Gründungsjahr des Unternehmens mit dem Beginn eines umfassenden städtischen und verkehrstechnischen Umgestaltungsprojekts zusammen. Elf Monate lang befand sich direkt vor unserer Ladentür eine Baustelle. In dieser Zeit war ich sehr dankbar für unseren Hintereingang und für die Möglichkeit, weiterhin an internationalen Projekten zu arbeiten. Das positive Ergebnis: Wir sind nun Teil einer Fußgängerzone, und dank neu verlegter taktiler Bodenleitsysteme finden auch sehbehinderte Besucherinnen und Besucher problemlos den Weg zum VVC Shop.
Die Sommersaison in Sitia ist traditionell deutlich kürzer als in anderen Teilen Kretas – meist von Mai bis September. Hinzu kommen politische Entscheidungen und globale Krisen, durch die neu eingerichtete Charterverbindungen oft genauso schnell wieder verschwinden, wie sie entstanden sind. Und dennoch: Das Leben hier ist niemals langweilig.
In Sitia wird man zwangsläufig entschleunigt. Viele Dinge sind schlicht nicht verfügbar oder ausverkauft – und es kann Monate dauern, bis sie wieder erhältlich sind. Ich habe mein Auto gerne gegen einen E-Scooter eingetauscht, um die spontanen Gespräche der älteren Bewohnerinnen und Bewohner am Straßenrand nicht zu unterbrechen.
Die Region ist arm, ursprünglich, rau und wild – doch die Menschen sind warmherzig, offen, freundlich und außergewöhnlich hilfsbereit. Zu den Höhepunkten des Jahres zählen zweifellos die Karnevalswoche sowie ein kleiner, liebevoll organisierter Weihnachtsmarkt. Und selbstverständlich trifft sich auch die deutsche Community hier traditionell zum Glühwein.
Sitia verfügt über eine lebendige und vielfältige Sportszene. Tennis spielt eine wichtige Rolle: Der Sitia Tennis Club veranstaltet regelmäßig Spiele, Trainingsgruppen und Gemeinschaftsturniere. Ergänzt wird dies durch Fitness- und Krafttrainingsangebote für funktionelles Training, Cardio, Gruppenkurse und Personal Training – unter anderem im Studio des Ving Tsun Kung Fu Association Europe – Greece sowie im Boxing Club Sitia.
Auch weitere Kampfsportarten sind fest im Alltag verankert. Die Karateschule von Sitia bietet Training für Kinder und Erwachsene und ist tief in der lokalen Gemeinschaft verwurzelt. Fußball, Volleyball, Yoga, Aerobic und Pilates gehören selbstverständlich ebenfalls zum täglichen Leben.
Dank der unmittelbaren Nähe zum Meer sind Wassersportarten ein fester Bestandteil des Lebens: Windsurfen, Kitesurfen, Stand-up-Paddling, Schnorcheln und Tauchen (zum Beispiel mit NiceDive4U) sowie Boots- und Kajaktouren entlang der Küste sind das ganze Jahr über möglich. Reiten in Kato Episkopi, etwa mit der achtsamen Initiative mit Pferd im Hier und Jetzt, rundet das Angebot ab.
Und manchmal entscheidet man sich ganz bewusst für das Gegenteil von Aktivität – und lässt sich mit einem guten Buch in einem der Cafés entlang des Hafens nieder. Im Hafen von Sitia gibt es offene Bücherschränke mit kostenlosen Büchern für Besucherinnen und Besucher, sodass man im Urlaub kein eigenes Buch mitbringen muss.
Neben all dem baue ich inzwischen mein eigenes Obst, Gemüse, Salate, Tees und Kräuter an – insbesondere Sorten, die ich aus Deutschland vermisse oder hier nicht kaufen kann, oder solche, die schnell wachsen und besonders gut schmecken. Organischer Dünger für den Garten stammt von den Pferden – Andrea scheint davon nie zu wenig zu haben.
Dank der außergewöhnlichen Qualität der ganzjährig verfügbaren regionalen Produkte, eines biologisch geprägten Lebensstils und einer häufig traditionell pflanzenbasierten Ernährung habe ich eine deutliche Verbesserung meiner Autoimmunerkrankung erlebt.
Sitia ist weithin bekannt für sein PDO-zertifiziertes extra natives Olivenöl – biologisch, pur und von herausragender Qualität. Gerne stelle ich bei Interesse den Kontakt zu lokalen Landwirten und Produzenten her.

Regionale wirtschaftliche Situation: Exakte Pro-Kopf-Einkommenszahlen speziell für Sitia werden statistisch nicht in derselben Tiefe veröffentlicht wie nationale Daten. Die Insel Kreta insgesamt erreicht jedoch ein BIP pro Kopf (PPS) von rund 46,3 % des EU-Durchschnitts – ein Spiegelbild einer überwiegend landwirtschaftlich und touristisch geprägten Wirtschaft.
Die Region unterstützen – warum das wichtig ist
Sitia ist ein Ort, der auf allen Ebenen Unterstützung verdient – wirtschaftlich, sozial und kulturell. Wenn Sie inspiriert sind, Sitia zu besuchen, seine authentische Schönheit zu entdecken, lokale Erzeugerinnen und Erzeuger zu unterstützen oder sich über Gemeinschaftsprojekte und Initiativen zu informieren, stelle ich gerne den Kontakt zu offiziellen Organisationen her, die sich für nachhaltige Entwicklung vor Ort einsetzen.
Lassen Sie uns gemeinsam dazu beitragen, dass dieser besondere Teil Kretas weiterhin gedeihen kann – denn Orte wie Sitia existieren nicht nur auf der Landkarte. Sie wollen gelebt, geliebt und erhalten werden.
Quellen:
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Benoit Properties
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Blue Municipalities Network
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CityFacts
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CityPopulation.de
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CreteSitia.gr
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DataCommons
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EURES (European Employment Services)
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EU Mayors / Δήμος Σητείας
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Geostars
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Greek Travel Pages (gtp.gr)
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Hellenic Statistical Authority (statistics.gr)
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INSETE (Institute of the Greek Tourism Confederation)
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Interkriti
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Municipality of Sitia
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Region of Crete (crete.gov.gr)
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Regions4Climate (regions4climate.eu)
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TEI Crete
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Visit Sitia (visitsitia.gr)
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Wikipedia – Σητεία, Crete
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Xerocambos Creta